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6 Gewohnheiten von Großeltern, die laut Psychologie besonders von ihren Enkeln geliebt werden

Älterer Mann und Junge bauen gemeinsam ein Modell einer Rakete am Küchentisch.

Seine Mutter ist am Handy, abgelenkt, scrollt schnell. Sein Großvater, in einer alten Wollstrickjacke, sagt zunächst kein Wort. Er reicht dem Kind einfach ein leicht angeschmolzenes Eis und wartet. Nach einer Minute fängt der Junge an zu reden. Erst in Bruchstücken. Dann wie ein Wasserfall. Der Großvater nickt, stellt eine einfache Frage, dann noch eine. Zehn Minuten später lacht das Kind so sehr, dass es die Waffel fast fallen lässt.

Dieser Moment wirkt gewöhnlich. Ist er aber nicht. Die Psychologie hat einiges dazu zu sagen, was da gerade passiert ist.

1. Sie geben ihren Enkeln das Gefühl, wirklich gesehen zu werden

Großeltern, die sehr geliebt werden, „verbringen“ nicht nur Zeit mit ihren Enkeln. Sie schenken Aufmerksamkeit – auf eine Weise, für die die Erwachsenen um das Kind herum oft keine Zeit mehr haben. Sie bemerken die neue Zeichnung im Heft, wie sich die Stimme eines Teenagers verkrampft, wenn er über die Schule spricht, oder wie das stille Kind beim Familienessen plötzlich verstummt.

Statt sofort Ratschläge zu geben, bleiben sie bei den Details. „Du hast gesagt, dein Freund hat dich in der Pause nicht angeschaut – wie hat sich das angefühlt?“ Solche Fragen sagen einem Kind: Deine innere Welt ist wichtig. Die Psychologie nennt das „emotionale Einstimmung“. Kinder nennen es einfach: verstanden werden.

Denk zurück: Die Erwachsenen, die du als Kind am meisten mochtest, waren selten die lautesten. Es waren die, die dir für ein paar Minuten das Gefühl gaben, du seist die einzige Person im Raum.

Da ist dieses 14-jährige Mädchen – halb gelangweilt, halb angespannt –, das zum Sonntagsessen mitgeschleppt wird. Alle reden über sie hinweg über Prüfungen, Karriere, Zukunft. Sie stochert in den Nudeln, antwortet einsilbig. Ihr Großvater beobachtet still und bittet sie später, draußen „kurz etwas zu tragen“.

Auf der Treppe sagt er: „Ich habe die Schule in deinem Alter gehasst. Alle sagten, ich sei faul. Ich hatte einfach Angst.“ Sie schaut hoch, überrascht. Endlich hat jemand das Wort ausgesprochen: Angst. Das Gespräch danach würde auf Social Media niemanden beeindrucken. Es ist stockend, chaotisch, unterbrochen von langen Pausen und ein paar schlechten Witzen. Und doch sagt sie Wochen später, als man sie fragt, wem sie in der Familie am meisten vertraut, seinen Namen, ohne nachzudenken.

Forschung aus der Entwicklungspsychologie zeigt: Ein Kind, das sich von mindestens einer erwachsenen Person außerhalb der Eltern „gesehen“ fühlt, hat bessere Chancen, Resilienz, Selbstwert und ein stabiles Identitätsgefühl zu entwickeln. Großeltern sind oft ideal dafür. Sie stehen ein Stück weit außerhalb des täglichen Druckkochtopfs des Elternseins – und genau das gibt ihnen eine besondere emotionale Distanz.

Diese Distanz ermöglicht es ihnen zu antworten statt zu reagieren. Sie können Gefühle bestätigen, ohne sofort alles reparieren zu müssen. Mit der Zeit wird daraus eine starke innere Botschaft für das Kind: „Es lohnt sich, mir zuzuhören. Meine Gedanken sind nicht zu viel.“

2. Sie schaffen verlässliche Rituale – keine großen Gesten

Sehr geliebte Großeltern haben fast immer „unser Ding“ mit jedem Enkelkind. Das kann Sonntags-Pfannkuchen sein, ein besonderer Handschlag an der Tür, jedes Mal dieselbe alte Zeichentrickserie – oder dieses seltsame kleine Lied, das sie nur singen, wenn sie zu zweit sind. Diese Rituale wirken klein. Sind sie aber nicht.

Psychologinnen und Psychologen sprechen von einer „sicheren Basis“: Routinen, die dem Kind sagen: Darauf kannst du dich verlassen. Die Welt verändert sich schnell – Schule, Freundschaften, Bildschirme, elterlicher Stress. Rituale sind emotionale Anker. Ein Kind erinnert sich vielleicht nicht an jeden Feiertag, aber an den Satz, den Opa beim Abschied immer sagte: „Gleiche Zeit nächste Woche?“

Diese Gewohnheiten brauchen keine perfekte Timing-Planung und keine Instagram-tauglichen Fotos. Sie müssen nur existieren – immer wieder, auch unperfekt.

Freitag nachmittags stürmt die achtjährige Maya schon lächelnd aus der Schule. Es ist „Suppe-und-Geschichten“-Tag in der Wohnung ihrer Oma. Die Suppe schmeckt nie genau gleich: mal zu salzig, mal halb angebrannt. Die Geschichten wiederholen sich oft, manchmal stimmt die Reihenfolge nicht. Das ist egal.

Beim Essen beginnt die Oma immer gleich: „Erzähl mir drei Dinge aus deiner Woche.“ Kein Auslassen. Kein „später“. Und Maya tut es: drei Dinge. Manche Wochen sind es nur „wir hatten Pizza, mein Schuh ist kaputt gegangen, und ich hasse Mathe“. Andere Wochen sind es große Sachen: Streit mit einer Freundin, Angst vorm Alleinschlafen, eine seltsame Frage über den Tod.

Die Wiederholung ist die Magie. Über Jahre wird dieses einfache Freitagsritual zu einem sicheren Ort in Mayas Kopf. Ein Ort, an dem sie nie „zu viel“ ist, nie „zu dramatisch“, sondern einfach willkommen.

Familientherapeutinnen und -therapeuten finden immer wieder: Sinnvolle Rituale sagen stärkere emotionale Bindungen voraus als gelegentliche spektakuläre Events. Ein Disneyland-Trip ist toll – aber er formt nicht das alltägliche Gefühl: „Bei dir bin ich sicher.“ Vorhersehbare Routinen senken Angst, weil das Gehirn Muster liebt. Das Kind beginnt zu erwarten: „Bei Oma machen wir das immer so.“

Diese Mikro-Gewohnheiten bauen auch eine gemeinsame Identität. „Wir sind die, die vor Weihnachten immer hässliche Plätzchen backen.“ „Wir sind die, die Gewitter still am Fenster anschauen.“ Dieses „wir“ zählt. Es gibt Zugehörigkeit, die bis ins Erwachsenenleben hält – lange nachdem die genauen Details verschwimmen.

3. Sie hören mehr zu, als dass sie korrigieren

Eine der stärksten Gewohnheiten geliebter Großeltern ist täuschend simpel: Sie halten sich zurück. Sie schlucken das schnelle Urteil, die ungefragte Predigt, das „als ich in deinem Alter war …“. Sie denken es vielleicht. Sie sagen es nur nicht immer.

Stattdessen hören sie zu. Wirklich zu. Teenager fluchen, stammeln, widersprechen sich. Kleine Kinder drehen sich im Kreis. Geliebte Großeltern behandeln diese wirren Monologe als Rohmaterial, nicht als Lärm. Sie nicken, wiederholen ein Wort, stellen eine kleine Verständnisfrage. „Also hast du dich ausgeschlossen gefühlt, als sie dich nicht eingeladen haben?“ Plötzlich hört das Kind seine Emotion benannt.

Diese Art zuzuhören ist selten in einer Welt, in der alle müde sind und hetzen. Genau deshalb klammern sich Kinder daran.

Nimm Lucas, 16. Seine Noten sind schlechter geworden, er zockt nachts, streitet mit seinen Eltern ohne Ende. Alle sagen ihm, was er tun soll: „Mehr lernen, weniger Bildschirm, denk an deine Zukunft.“ Am kleinen Küchentisch seines Großvaters ist es anders. Der alte Mann setzt sich, gießt Tee ein und lässt Lucas schimpfen.

Vierzig Minuten lang beschwert sich der Teenager über Lehrer, Eltern, Regeln – sogar über die Generation seines Großvaters. Der alte Mann bleibt freundlich, sagt wenig. Irgendwann meint er nur: „Klingt anstrengend.“ Kein kluger Spruch. Keine Lösung. Eine Anerkennung. Lucas’ Schultern sinken ein wenig.

Wochen später, als er endlich ernsthaft über seine Angst und die Furcht vor dem Scheitern sprechen kann, tut er es genau dort. Gleicher Tisch. Gleicher Zuhörer.

Psychologische Forschung zu Bindung und Kommunikation zeigt: Gehört zu werden aktiviert andere Hirnareale, als korrigiert zu werden. Fühlt sich ein Kind beurteilt, geht sein Nervensystem in einen milden „Kampf-oder-Flucht“-Modus. Es verteidigt sich, macht zu oder lügt. Fühlt es sich gehört, beruhigt sich das System, und tieferes Denken wird möglich.

Das heißt nicht, dass geliebte Großeltern nie Grenzen setzen oder eine Meinung haben. Sie beginnen nur nicht damit. Sie schaffen ein Beziehungsklima, in dem Ratschläge weicher landen, weil ihnen echte Neugier vorausgeht. Seien wir ehrlich: Das schafft niemand jeden Tag. Doch Großeltern, die es oft genug schaffen, werden zu emotionalen Zufluchtsorten – besonders in den stürmischen Teenagerjahren.

4. Sie teilen ihre Schwächen – nicht nur ihre Weisheit

Die beliebtesten Großeltern inszenieren sich fast nie als Heldinnen und Helden. Sie erzählen vielleicht vom „früher“, aber die Geschichten, die bei Enkeln wirklich hängen bleiben, sind selten die glorreichen. Es sind die peinlichen, verletzlichen: der Job, den sie verloren, die Prüfung, durch die sie fielen, der Moment, in dem sie öffentlich weinten und nicht wussten, was sie tun sollten.

Die Psychologie nennt das „angemessene Selbstoffenbarung“. Es ist die Kunst zu sagen: „Ich war auch mal dort“, ohne dem Kind die eigene Last aufzubürden. Wenn ein Großelternteil eine Schwäche teilt – behutsam, mit Abstand und vielleicht einem Witz –, gibt es dem Enkelkind die Erlaubnis, unperfekt zu sein.

Perfektion verbindet nicht. Geteilte Verletzlichkeit schon.

Stell dir Tom vor, 10, der sich schämt, weil er manchmal noch ins Bett macht. Seine Eltern gehen pragmatisch damit um: Bettwäsche waschen, Arzttermin, Belohnungspläne. Alles sinnvoll. Trotzdem fühlt Tom sich heimlich kaputt. Eines Tages hilft er seinem Großvater im Garten, zögert und flüstert dann, was los ist.

Der Großvater beruhigt ihn nicht sofort. Er wartet, wischt sich die Hände an der Hose ab und sagt leise: „Das hatte ich bis fast 12. Deine arme Oma hat dauernd Wäsche gemacht.“ Er lacht kurz, die Augen ein bisschen traurig. „Ich dachte, ich wäre der einzige Idiot auf der Welt.“ Tom starrt ihn an, fassungslos. Die Scham bekommt einen Riss.

Dieses einfache Geständnis bewirkt etwas, das keine Motivationsrede könnte: Es holt den Jungen aus der Isolation. Plötzlich ist er Teil einer menschlichen Geschichte – nicht nur ein „Problem“.

Psychologisch hilft diese Art Erzählen Kindern, das aufzubauen, was Forschende „narrative Identität“ nennen. Sie lernen, Schwierigkeiten nicht als Endurteil zu sehen, sondern als Kapitel. Einen Großvater sagen zu hören: „Ich hab Mist gebaut, und ich hab überlebt“, schreibt ein Skript in den Kopf des Kindes: „Vielleicht überlebe ich meinen eigenen Mist auch.“

Mit Wärme und Grenzen geteilt, kippt das Teilen von Schwächen auch das Machtgefälle. Das Kind fühlt sich nicht mehr von oben bewertet, sondern in eine gleichere, menschliche Beziehung eingeladen. Dort wächst tiefe Zuneigung: in dem Raum, in dem beide echt sein dürfen.

„Mein Großvater hat mir nie beigebracht, wie man Erfolg hat“, erzählte eine 32-jährige Frau einmal in einer Therapie. „Er hat mir beigebracht, wie ich meine eigene Dummheit überlebe, ohne mich für immer zu hassen.“

Dieses emotionale Erbe hält oft länger als jedes materielle. Es lebt in kleinen inneren Sätzen weiter, die ein Enkel Jahrzehnte später wiederholt: „Oma hat sich das verziehen. Vielleicht kann ich mir das auch verzeihen.“

  • Teile eine Geschichte, in der du gescheitert bist und etwas gelernt hast – altersgerecht.
  • Vermeide dramatisches Oversharing, das das Kind zu deinem Therapeuten macht.
  • Verknüpfe die Geschichte mit einer hoffnungsvollen Botschaft: „Es tat weh, aber hier bin ich gewachsen.“
  • Normalisiere Gefühle: „Ich war neidisch; ich hatte Angst; ich war einsam.“
  • Bleib konkret und kurz. Lass dem Kind Raum zu reagieren.

5. Sie respektieren Grenzen – auch wenn es ein bisschen wehtut

Geliebte Großeltern sind oft versucht, jedem Wunsch nachzugeben, die „Lustigen“ ohne Regeln zu sein. Doch Bindungen, die bleiben, beruhen auf etwas Leiserem: Respekt. Respekt vor den Regeln der Eltern. Respekt vor dem Teenager, der nicht immer umarmt werden will. Respekt vor dem Kind, das sagt: „Ich will gerade nicht reden.“

Statt Nähe zu erzwingen, laden sie dazu ein. „Willst du mir in der Küche helfen?“ „Darf ich dich umarmen, oder machen wir heute lieber ein High Five?“ Diese kleinen Fragen senden ein riesiges Signal: Dein „Nein“ ist bei mir sicher. Kinder spüren das. Sie wenden sich Menschen zu, die nicht zu sehr drücken.

Von außen wirkt diese Gewohnheit nicht besonders warm. In der Tiefe ist sie eine der liebevollsten Sachen, die Großeltern tun können.

Stell dir ein launisches 13-jähriges Mädchen vor, Kopfhörer auf, am Scrollen im Wohnzimmer bei Oma. Die ältere Frau würde am liebsten das Handy wegnehmen, ihr die Haare zurechtzupfen und ein Gespräch einfordern wie „früher“. Stattdessen geht sie vorbei, stellt ein Glas Saft auf den Tisch und sagt: „Ich bin im Garten, falls du später Lust auf frische Luft hast.“

Kein Druck. Kein schlechtes Gewissen. Kein „Du redest gar nicht mehr mit mir“. Zwanzig Minuten später schleicht das Mädchen leise in den Garten. Sie führen kein tiefes Gespräch. Sie gießen nur zusammen die Pflanzen. Eine fragile Brücke bleibt intakt.

Die Psychologie zeigt: Kinder, besonders Jugendliche, reagieren extrem empfindlich auf Kontrolle und Übergriffigkeit. Wenn sie sich in die Enge getrieben fühlen, schalten sie ab – nicht nur gegenüber dem Erwachsenen, sondern auch gegenüber den eigenen Gefühlen. Grenzen zu respektieren heißt nicht, emotional zurückzuweichen. Es heißt, Kontrolle gegen Vertrauen zu tauschen.

Mit der Zeit zahlt sich diese Geduld meist aus. Teenager, die wissen, dass man sie nicht aufbrechen wird, öffnen sich eher freiwillig – wenn sie bereit sind. Der Großelternteil wird zu einem weichen Landeplatz, nicht zu einer weiteren Autorität, gegen die man kämpfen muss.

6. Sie bleiben neugierig auf die neue Welt – statt sie lächerlich zu machen

Die letzte Gewohnheit wird leicht unterschätzt: Neugier. Sehr geliebte Großeltern reden nicht nur über ihre Vergangenheit; sie fragen nach der Gegenwart ihres Enkelkindes. Sie wollen Videospiele, Memes, K-Pop, TikTok-Tänze, modernen Slang verstehen – nicht um „cool“ zu sein, sondern um mit Respekt in die Welt des Kindes einzutreten.

Sie verdrehen nicht die Augen bei „diesem Krach, den du Musik nennst“. Sie sagen: „Spiel mir dein Lieblingslied. Was gefällt dir daran?“ Diese eine Frage kann ein halbstündiges Gespräch öffnen, das es nach einer Predigt über „echte Kultur“ nie gäbe. Es geht nicht darum, allem zuzustimmen. Es geht darum, offen zu bleiben.

Diese Neugier sendet eine subtile Botschaft: „Deine Welt ist genauso wichtig wie meine.“ Das verbindet tief.

Denk an einen elfjährigen Jungen, der von einem Fantasy-Videospiel besessen ist. Seine Eltern tolerieren es, verstehen aber kein Wort. Seine Großmutter, die nie eine Konsole hatte, setzt sich eines Nachmittags neben ihn und sagt: „Okay, bring’s mir bei. Was ist hier das Ziel?“ Er lacht – halb peinlich berührt, halb stolz – und erklärt Regeln, Figuren, Quests.

Sie drückt die falschen Knöpfe, stirbt sofort im Spiel und flucht leise so, dass er losprustet. Für eine Weile drehen sich die Rollen: Er ist der Experte, sie die Anfängerin. Als das Spiel vorbei ist, fragt sie: „Was gefällt dir daran am meisten?“ Er sagt: „Ich fühle mich da mächtig.“ Diese Antwort ist eine Tür zu einem viel größeren Gespräch darüber, sich in der Schule klein und machtlos zu fühlen.

Aus psychologischer Sicht ist geteilte Aufmerksamkeit für die Interessen des Kindes pures Gold. Sie schafft das, was Forschende „gemeinsames Engagement“ nennen: zwei Gehirne, die auf dasselbe fokussiert sind und Verbindung über geteilte Aufmerksamkeit aufbauen. Kinder merken schnell, ob Erwachsene wirklich interessiert sind oder nur so tun. Echte Neugier zeigt sich in Nachfragen, in leuchtenden Augen, darin, dass man Details beim nächsten Mal wieder aufgreift.

Wenn Großeltern neugierig bleiben statt abwertend, modellieren sie Flexibilität und Bescheidenheit. Sie zeigen: Lernen hört mit dem Alter nicht auf, und Anderssein ist keine Bedrohung. Für ein Kind ist das mehr als angenehm. Es ist eine stille Lektion, wie man sich durch eine sich rasch verändernde Welt bewegt, ohne bitter oder verschlossen zu werden.

Was diese sechs Gewohnheiten hinterlassen

Legt man diese Gewohnheiten nebeneinander, erscheint ein Muster. Geliebte Großeltern sind selten die, die alles richtig gemacht haben. Sie sind nicht immer die gesündesten, reichsten oder verfügbarsten. Sie sind oft müde, manchmal stur, gelegentlich nicht ganz auf dem neuesten Stand. Und doch schenken sie – Stück für Stück, in Hunderten kleiner Begegnungen – immer dasselbe Grundgeschenk: emotionale Sicherheit.

Sie sehen ihr Enkelkind als ganzen Menschen. Sie sind regelmäßig da, auch in winzigen Gesten. Sie hören zu, ohne sofort zu reparieren. Sie trauen sich, vor kleineren Menschen menschlich zu sein. Sie akzeptieren Grenzen, die ihr Ego kränken. Und sie dehnen ihre Neugier in eine Zukunft, die sie nicht vollständig bewohnen werden.

An irgendeinem zufälligen Dienstag in zehn Jahren wird ein erwachsener Mensch eine bestimmte Seife riechen, ein bestimmtes Lied hören oder ein bestimmtes Obst schneiden – und plötzlich an sie denken. Nicht nur nostalgisch, sondern dankbar. Weil diese sechs Gewohnheiten die Kindheit nicht nur wärmer gemacht haben. Sie haben leise neu verdrahtet, wie dieser Mensch glaubt, Liebe zu verdienen.

Kernpunkt Detail Nutzen für Leserinnen und Leser
Wirklich zuhören Aufmerksamkeit ohne Urteil geben, einfache Fragen stellen Verstehen, wie man eine tiefe emotionale Verbindung schafft
Rituale schaffen Kleine, wiederkehrende und vorhersehbare Gewohnheiten etablieren Kindern einen beruhigenden, einprägsamen Rahmen geben
Eigene Schwächen teilen Fehler und Ängste ehrlich und sanft erzählen Ein Modell für Selbstannahme und Resilienz weitergeben

FAQ

  • Was, wenn ich spät Großelternteil geworden bin und die frühe Kindheit verpasst habe? Du hast deine Chance nicht verpasst. Emotionale Bindungen lassen sich in jedem Alter durch kleine, regelmäßige Momente von Aufmerksamkeit, Ritualen und ehrlichem Zuhören aufbauen.
  • Wie respektiere ich die Regeln der Eltern, wenn ich stark anderer Meinung bin? Sprich mit den Eltern unter vier Augen, nicht vor dem Kind, und erkläre deine Bedenken ruhig. Dem Enkelkind gegenüber bleibst du konsequent bei den vereinbarten Regeln, damit es nicht zwischen die Fronten gerät.
  • Kann ich trotzdem ein „sehr geliebter“ Großelternteil sein, wenn wir weit voneinander entfernt leben? Ja. Mach aus Anrufen oder Videochats Rituale, schicke kurze Sprachnachrichten, teile Fotos und stelle konkrete Fragen zur Woche statt nur „Wie geht’s?“.
  • Was, wenn mein Enkelkind scheinbar keine Beziehung zu mir möchte? Bleib präsent, ohne zu drängen. Biete Einladungen statt Druck. Respektiere sein Tempo, bleib warm im Ton und zeige über die Zeit stetiges Interesse.
  • Wie spreche ich über meine Vergangenheit, ohne zu viel zu erzählen oder Angst zu machen? Wähle Geschichten mit einer klaren hoffnungsvollen Botschaft, halte sie kurz, passe Details dem Alter an und ende immer damit, wie du damit umgegangen bist oder was du gelernt hast.

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